1 Million syrischer Kinder auf der Flucht – Millionen verpasster Chancen und Perspektiven

Syrien Karte. Informationen zu Syrien auf der Webseite des BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungZuletzt ist nun endlich Bewegung in die internationalen Friedenbemühungen für Syrien gekommen. Am 22. Januar 2014 soll die seit langem geplante Syrien-Konferenz in Genf stattfinden und erstmals sollen dann auch Vertreter der Regierung Baschar al-Assads und der syrischen Opposition an einem Tisch sitzen. Dies wäre ein erster dringender und sehr wichtiger Schritt hin zu einer Übergangsregierung und einer friedlichen Lösung in Syrien. Seit fast drei Jahren haben nahezu 23 Millionen Syrer unter einem brutalen und zermürbenden Bürgerkrieg in ihrem Heimatland zu leiden. Und selbst wenn bald ein Ende des Konflikts erreicht werden könnte, wird es Jahrzehnte dauern, bis das Land wieder da ist, wo es 2010 noch stand. Denn: eine ganze Generation an Kindern und Jugendlichen wird derzeit ihrer Zukunft beraubt!   

Es sind erschreckende Zahlen, die uns dieser Tage aus Syrien erreichen: Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen schätzt die Zahl der syrischen Kinder, die derzeit auf der Flucht sind, auf über 1 Million! Gleichzeitig leiden diejenigen, die in ihrem Heimatland zurück bleiben unter Gewalt und Hunger. Keines dieser Kinder kann zur Schule gehen, mit Freunden unbeschwert Spaß haben oder gar Pläne für die Zukunft schmieden und Träume verwirklichen. Vor allem im Libanon, in der Türkei und in Jordanien halten sich derzeit viele Hunderttausend syrische Kinder in Flüchtlingslagern auf. Die meisten von ihnen müssen zum Familienunterhalt beitragen, da ihre Eltern es nicht alleine schaffen, für die gesamte Familie ausreichend zu sorgen.

Die internationale Syrien-Konferenz ist also ein wichtiger Schritt. Mindestens genauso wichtig ist es aber auch, dass wir diesen Kindern und Jugendlichen Perspektiven bieten. Als Mitglied der Fachgruppe für Außen-, Verteidigungs-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik der Koalitionsverhandlungen habe ich mich sehr dafür eingesetzt, dass der Schutz und die Förderung von Kindern vor allem in Krisengebieten und Entwicklungsländern in der nun vor uns liegenden Legislaturperiode ganz oben auf der Agenda steht. Im Koalitionsvertrag heißt es wortwörtlich: „Die Chancen von Kindern auf ein Leben in Würde wollen wir verbessern. Kinder brauchen Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung. Wir unterstützen alle Bemühungen, dass sie nicht als Arbeits- und Sexsklaven oder als Soldaten missbraucht werden.“

Nun müssen wir diesen Worten auch Taten folgen lassen. Syrien ist eine Chance für uns, entschieden für das Wohl und die Rechte von Kindern einzutreten. Frieden in Syrien erreichen wir nicht nur durch den erfolgreichen Abschluss der Friedenkonferenz im Jahr 2014. Frieden in Syrien erreichen wir vor allem, indem wir diesen Kindern schon jetzt ermöglichen, in Sicherheit zu leben, gesund und satt zu Bett zu gehen und vor allem eine Schule zu besuchen. Toleranz und Akzeptanz sind hier der Schlüssel. Wir können mit Projekten dafür sorgen, dass wir den syrischen Kindern das Handwerkszeug geben, damit sie selbst ihre Zukunft gestalten können und der Frieden in Syrien Bestand haben kann.

Informationen zu Syrien auf der Webseite des BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Informationen zu Syrien auf der Webseite des BMZ
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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