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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.
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„Ankommen in der Stadt der Wörter“ 
Die Kraft der Apps – Digitalisierung für Integration von Flüchtlingen nutzen

„Ankommen in der Stadt der Wörter“ 
Die Kraft der Apps - Digitalisierung für Integration von Flüchtlingen nutzen Im vergangenen Jahr sind über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Auch wenn die Zahlen in den letzten Monaten gesunken sind, kommen weiter jeden Tag Flüchtlinge in Deutschland an. Die erfolgreiche Integration dieser Menschen ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, vor der wir in Deutschland je standen.

 

Womit beginnt erfolgreiche Integration? Sie beginnt immer zuerst einmal mit dem Erlernen der Sprache. Wir haben uns seit letztem Frühjahr in der Politik stark dafür eingesetzt, die Möglichkeiten zum Spracherwerb für Flüchtlinge in Deutschland auszubauen. Deshalb wurde die Zahl der Integrationskurse erhöht und zusätzliches Lehrpersonal eingestellt. Das ist auch ein ganz wichtiger Teil des Integrationsgesetzes, welches wir gerade im Bundestag beraten und noch vor der Sommerpause verabschieden wollen.

Dennoch fehlen aktuell immer noch rund 200.000 Plätze für Integrationskurse in Deutschland. Dadurch kommt es zu Wartezeiten für die Flüchtlinge. Eine Möglichkeit, diese Wartezeit sinnvoll zu überbrücken und erste Sprachkenntnisse zu erwerben, kann zum Beispiel die Hilfe von ehrenamtlichen Helfern sein. Viele Bürger engagieren sich hier in großartiger Weise nach ihrem Feierabend oder an freien Tagen. Aber auch mit dieser Hilfe können nicht alle Flüchtlinge erreicht werden. Vor allem nicht sofort.

Eine gute und schnelle Lösung sind darum digitale Deutschlern-Angebote. Wobei dies ein wunderbares Beispiel dafür ist, welch positive Entwicklungen die Digitalisierung unserer Gesellschaft bewirken kann. Da zahlreiche Flüchtlinge Smartphones besitzen, bieten sich besonders kostengünstige Apps an. Wie das mit Apps aber so ist, existieren derzeit schon viel zu viele unterschiedliche Angebote, die sich vor allem in puncto Qualität stark unterscheiden. Darum möchte ich in diesem Blog auf zwei Apps hinweisen, die von der Stiftung Warentest im Vergleich zu vielen anderen getesteten das Ergebnis „empfehlenswert“ bekommen haben und auch von Flüchtlingen als sehr hilfreich beschrieben werden:

Die erste App heißt „Ankommen“. Das Sprachprogramm wurde vom Goethe-Institut entwickelt, weiter waren das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Bundesagentur für Arbeit und der Bayerische Rundfunk beteiligt. „Ankommen“ wurde konsequent auf Flüchtlinge zugeschnitten, mit authentischen Lernsituationen, nah am Alltag der Flüchtlinge. Neben dem Sprachlernkurs bietet die App zusätzlich Informationen zu den Themen Asyl, Ausbildung und Arbeit. Was „Ankommen“ auch besonders auszeichnet ist, dass die Informationen laufend auf gesetzliche Änderungen und neue Bestimmungen hin aktualisiert werden. In einer fremden Umgebung sind Orientierungshilfe und Verlässlichkeit besonders wichtig.

Die zweite App heißt „Stadt der Wörter“, ist als Spiel gestaltet und wurde vom Goethe-Institut entwickelt. Als Nutzer bewegt man sich durch eine virtuelle Stadt und sieht sich vor verschiedene sprachliche Aufgaben gestellt, die man situationsbedingt lösen muss. Zum Beispiel am Bahnhof, im Stadtzentrum oder im Park. Man lernt Sprache anhand von praktischen Herausforderungen. Die App ist wegen der Aufmachung auch besonders für jüngere Flüchtlinge ansprechend. Ich finde, diesen Punkt darf man nicht übersehen, denn die Hälfte der seit letztem Jahr nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge ist unter 25 Jahre alt.

Natürlich kann auch die beste Selbstlern-App keinen Sprachkurs mit einem Deutschlehrer und anderen Teilnehmern völlig ersetzen. Schon allein aus sozialen Gründen nicht. Als Überbrückung der Wartezeit bis zum Deutschkurs und auch als Ergänzung während des Kurses bieten die beiden Apps aber meiner Überzeugung nach eine wertvolle Hilfe.

Unser immer mehr digitalisierter Alltag ist mittlerweile stark von der Nutzung von Apps bestimmt. Für alles haben wir welche. Manche sind wichtig. Andere nutzen wir eher zum Spaß. Für Menschen, die vor schrecklichen Erlebnissen in ihrer Heimat zu uns nach Deutschland geflüchtet sind, stellen Sprachlern-Apps oft die erste Möglichkeit dar, sich in einer nicht bekannten Sprache zurecht zu finden. Eine Möglichkeit, die nötigsten Schritte zu unternehmen und in einer ihnen noch unbekannten Gesellschaft die ersten sozialen Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen und dabei Selbstsicherheit in Deutschland zu gewinnen. Unter solchen Vorzeichen kommt es sehr darauf an, wie die digitalen Sprachlern-Angebote gestaltet sind. Es kommt dabei sehr auf die Qualität an.

Dass Flüchtlinge in ihrem Alltag kostenfrei auf solch hochwertige digitale Angebote zurückgreifen können, wie im Falle dieser beiden Apps, ist ein Ergebnis der konstruktiven Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen. Das verdient Anerkennung. Mein besonderer Dank geht dabei an das Goethe-Institut, mit dem ich als Entwicklungs- und Kulturpolitikerin im Ausland seit vielen Jahren eng zusammenarbeite. Die beiden Apps sind eine wichtige Hilfestellung für die Flüchtlinge und ein gelungener Beitrag zur Integration in Deutschland.

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