Bürgerliches Engagement bildet den emotionalen Bindestoff der Gesellschaft

Dagmar-Woehrl-trifft-Technisches-HilfswerkAnlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamts am 5. Dezember habe ich mir zum Thema Ehrenamt Gedanken gemacht: Bürgerliches Engagement bildet den emotionalen Bindestoff der Gesellschaft.

Auch die beste Sozialordnung ist auf die Zuwendung von Mensch zu Mensch als Zeichen der Nächstenliebe angewiesen. In Deutschland engagieren sich über 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. In Bayern sind es mehr als 3,7 Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung.   Auch hier in Nürnberg engagieren sich 22 Prozent der Erwachsenen in den unterschiedlichsten Bereichen. Für uns sind Bürgersinn und persönliches Engagement Grundpfeiler eines freiheitlichen Staates und einer solidarischen Gesellschaft. Es fördert das soziale Miteinander und stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Was Ehrenamtliche tagtäglich leisten, ist unbezahlbar.

In den letzten Jahren haben sich sowohl die Gesellschaft, als auch die Formen bürgerlichen Engagements verändert. Nur noch wenige Menschen engagieren sich langfristig, vielmehr übernehmen nun öfter Freiwillige für eine beschränkte Zeit Aufgaben in unserer Gesellschaft, beispielsweise im Freiwilligendienst. Darauf müssen wir reagieren und die Rahmenbedingungen für bürgerliches Engagement verbessern sowie die Anerkennungskultur ausbauen, um die große Hilfsbereitschaft vieler Menschen ausreichend zu würdigen. Das haben wir bereits getan, zum Beispiel in Form des Gemeinnützigkeitsentbürokratisierungsgesetzes Anfang 2013, und werden auch weiter daran arbeiten.

Im kürzlich unterzeichneten Koalitionsvertrag wurde dem Bürgerschaftlichen Engagement und den Freiwilligendiensten ein eigener Punkt gewidmet. Wir wollen die Freiwilligendienste in ihrer bewährten Vielfalt und unter Wahrung ihrer hohen Qualität weiter entwickeln Der Erfolg des Bundesfreiwilligendienstes zeigt, dass sich alle Altersgruppen einbringen wollen. Über 100.000 Menschen haben sich seit der Einführung 2011 im Bundesfreiwilligendienst engagiert – eine überaus positive Bilanz.

Wir wollen diesen Dienst weiterhin so gestalten, dass er generationenübergreifende Ansätze fördert und differenzierte Bildungsangebote macht. Unter anderem werden wir gemeinsam mit Ländern, Hochschulen, Kommunen, privaten Betrieben und anderen Akteuren die Anerkennungskultur für Freiwillige ausbauen. Wir werden durch die Ausstellung eines einheitlichen Freiwilligendienstausweis für alle Freiwilligen die Voraussetzungen für Vergünstigungen verbessern. Zudem werden wir Programme der Träger unterstützen, vor allem, wenn diese auf den Erwerb zusätzlicher formaler Qualifikationen zielen.

Um auch bei uns in Nürnberg die Anerkennungskultur zu stärken und die Ehrenamtlichen zu würdigen, fordere ich die Stadt Nürnberg nachdrücklich auf, auch hier bei uns die Bayerische Ehrenamtskarte einzuführen. Mit dieser würde das ehrenamtliche Engagement, das in großartiger Weise zu der Lebensqualität in Nürnberg beiträgt, gezielt unterstützt. Wir haben in Nürnberg zahlreiche Menschen, die sich unermüdlich für andere einsetzen, sei es im Bereich der Integration, bei sozialen und karitativen Einrichtungen, beim Katastrophenschutz und Feuerwehren, Sport-, Kultur- und Heimatvereinen. Mit der Karte würde deren außerordentliches Engagement gezielt gewürdigt werden, da die Karte den Inhabern Vergünstigungen bei vielen Einrichtungen bietet.

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