Die Orgel und Ihre Bedeutung – für mich und an sich. Unterstützung aus Berlin für Nürnberger Orgeln.

Nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit ist Orgelmusik für mich etwas sehr Besonderes. Vielleicht liegt es daran, dass die Orgel kein gewöhnliches Hausinstrument ist und meist nur in Kirchen und einer besonderen Atmosphäre zu hören ist. Die besondere Klangfarbe des Musikinstruments, das über Tasten gespielt wird uns dessen Klänge durch Pfeifen erzeugt werden, schafft eine erhabene Stimmung. Das gilt nicht nur für den klassischen Hochzeitsmarsch, der bei kirchlichen Trauungen gern gespielt wird, sondern auch für Kompositionen von Bach, Schubert oder Händel.

Das Wort Orgel stammt aus dem Griechischen und leitet sich von dem Begriff „órganon“ ab, der so viel bedeutet wie Werkzeug, Instrument oder Organ. Ich finde die Verbindung all dieser Begriffe umschreibt dieses gewaltig anmutende Musikinstrument recht gut.
Orgeln gibt es bereits seit der Antike. Die Barockzeit und die Zeit der Romantik hat die Orgel in ihrer heutigen Form geprägt. In der Orgellandschaft Nürnbergs sind leider nur noch wenige historische Orgeln erhalten. Die Mehrzahl der Nürnberger Orgeln stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Nürnberger Kirchen und Ihre Orgeln
Besonders beeindruckend sind die Orgeln der Nürnberger Altstadtkirchen. So gehört die Orgelanlage in der Lorenzkirche zu den größten der Welt. Sie besteht aus einem Ensemble aus insgesamt drei Orgeln: der Hauptorgel auf der Hauptempore, der Laurentiusorgel im Langschiff und der Stephanus-Chororgel im oberen Hallenchorgang. 
Die riesige Orgelanlage umfasst 162 Register und über 12.000 Pfeifen. Damit ist die Lorenzkirche die zweitgrößte Orgelanlage Deutschlands und die größte Orgelanlage einer evangelischen Kirche. Die größte Orgel Deutschlands steht in Passau.

Auch die zweite große evangelische Kirche St. Sebald beherbergt eine beeindruckende Orgel, deren Ursprung sich bis 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Das heutige Orgelwerk wurde 1975 errichtet. Die katholische Frauenkirche am Hauptmarkt steht ihr mit ihrer langen Orgelgeschichte, die bis in das 14. Jahrhundert reicht, in nichts nach.
In St. Elisabeth steht die älteste, original erhaltene Orgel Nürnbergs aus dem Jahre 1903. Gegenüber der katholischen Elisabethkirche findet man in der evangelischen Kirche St. Jakob eine Orgel aus dem Jahr 1968. Auch im nördlichen Stadtgebiet gibt es zahlreiche beeindruckende Orgeln. In der katholischen St. Martinskirche im Nürnberger Norden wurde 1991 eine hochwertige Orgel mit 46 Registern errichtet. In der Kirche St. Nikolaus und St. Ulrich in Mögeldorf wurden 1998  neue Orgeln gebaut, die mehrfach für die Internationalen Orgelwoche Nürnberg genutzt wurden.

Neues Förderprogramm des Bundes zur Sanierung von Orgeln
Um all diese Orgeln zu erhalten haben wir im Deutschen Bundestag ein Programm zur Sanierung und Modernisierung von Orgeln verabschiedet. Im Rahmen der Beratungen zum Bundeshaushalt wurde beschlossen, 2016 fünf Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung von Orgeln bereitzustellen. Insgesamt hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages in seiner abschließenden Sitzung zusätzlich rund 115 Millionen Euro für den Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters das Jahr 2016 bewilligt.
Als ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags freue ich mich hierüber ganz besonders.

Das Bundesprogramm zur Sanierung von Orgeln war ein notwendiger Schritt. Der Bedarf ist da und ich unterstütze unsere Nürnberger Kirchen gerne dabei, sich um eine finanzielle Unterstützung durch den Bund zur Modernisierung unserer Orgeln zu bewerben.
Unsere Orgeln sind ein Herzstück der Kirchenmusik und des Nürnberger Konzertlebens – besonders jetzt zur Weihnachtszeit und während der Internationalen Orgelwoche Nürnberg, die im kommenden Jahr 3.-12. Juni stattfindet – da freue ich mich bereits drauf!

Denn wie stellte schon Nietzsche fest: „Ohne Musik wäre diese Welt ein Irrtum.“

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