Katzen in Deutschland – Mehr als lustige YouTube-Videos

Tierschutzbund. Bild Katzenaufkleber: © sonsedskaya - Fotolia.comAllein in Deutschland streunen rund zwei Millionen frei lebende Katzen auf den Straßen herum. Tendenz steigend. Viele von ihnen sind krank, verletzt und abgemagert. Ursache sind nicht zuletzt freilaufende, nicht kastrierte Hauskatzen, die sich unkontrolliert mit wildlebenden Katzen vermehren. Dadurch gibt es leider immer mehr verwahrloste und auf sich allein gestellte Wildkatzenbabys. Das Elend dieser verwilderten Katzen ist nicht zu übersehen und ein akutes Tierschutzproblem.   

Die wachsende Zahl solcher Katzen, die in Tierheimen abgeben werden, stellt viele Tierschutzvereine und Kommunen vor enorme Herausforderungen bei der Aufnahmekapazität und den Kosten. Alleine bei uns im Nürnberger Tierheim haben wir derzeit 26 Katzenbabys. Bis auf eine Katzenmama, sind alle Muttertiere Wildkatzen. Hinzu kommen sieben Flaschenkinder, die ihre Mütter verloren haben. Wir päppeln die Kleinen gerade auf und können die ersten Katzenkinder hoffentlich bald zur Vermittlung freigeben. Bis dahin bekommen sie bei uns im Tierheim ein warmes trockenes Schlafplätzchen, sauberes und nahrhaftes Futter und werden medizinisch versorgt. Das kostet natürlich alles. Nur wenige Tierschutzvereine erhalten für ihre Arbeit eine entsprechende finanzielle Unterstützung durch die Kommune. Viele Tiere sind unterernährt und leiden unter Infektionskrankheiten. Übertragen auf freilaufende, in menschlicher Obhut lebende Katzen, können diese Krankheiten mittelbar zum Teil sogar eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen darstellen.

Vor diesem Hintergrund hat der deutsche Tierschutzbund eine Katzenschutz-Kampagne gestartet, die ich als aktive Tierschützerin sehr unterstütze. Von Tierschutzeinrichtungen durchgeführte Kastrationsaktionen wildlebender Katzen helfen die Zahl der Straßenkatzen zu verringern, können aber nicht in alleiniger finanzieller Verantwortung der Tierheime getragen werden. Um die Populationsdichte der Straßenkatzen nachhaltig zu reduzieren, setze ich mich für eine bundeseinheitliche Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ein. Freigänger aus Privathaushalten tragen dazu bei, dass sich frei lebende Katzen unkontrolliert fortpflanzen. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht erleichtert die Identifikation freilaufender Katzen und sorgt beispielsweise auch bei Verkehrsunfällen dafür, dass die Halter der Tiere leichter ermittelt werden können.

Seit Ende letzten Jahres erlaubt eine Verordnungsermächtigung im Tierschutzgesetz den Landesregierungen, eine Kastrations- und Registrationspflicht für Haus- und Hofkatzen vorzuschreiben. Einzelne Kommunen haben eine solche Regelung bereits eingeführt. 
Die Bayerische Staatsregierung hat die Ermächtigung mit der Verordnung zur Änderung der Delegationsverordnung vom 17.03.2015 auf die Kreisverwaltungsbehörden übertragen.
Da bislang noch keine Kreisverwaltungsbehörde in Bayern von den Möglichkeiten nach § 13b Tierschutzgesetz Gebrauch gemacht hat, ist die Verordnungsermächtigung im Tierschutzgesetz jedoch nicht wirksam genug. Es bedarf einer bundeseinheitlich geregelten Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht. Hierfür setzte ich mich als Abgeordnete im Deutschen Bundestag, Mitglied des Parlamentskreises Tierschutz und Präsidentin des Nürnberger Tierheims ein und habe dazu kürzlich auch einen Antrag für den Bezirksparteitag eingereicht, in dem ich zum Schutz der Katzen eine bundeseinheitliche Kastrations- sowie Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht fordere.

Die unkontrollierte Vermehrung von Katzen ist unverantwortlich und ist im Sinne des Tierschutzes sofort zu stoppen!

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