Weihnachten mit Haustieren. Tipps für eine tierfreundliche Weihnachtszeit

Nuernberger Tierheim Dagmar WoehrlFür viele Kinder ist ein eigenes Haustier ein Herzenswunsch. Hunde und Katzen stehen oft ganz oben auf dem Weihnachtswunschzettel.

Die Entscheidung für ein Tier sollte jedoch wohl überlegt sein. Durch weihnachtliche Spontankäufe landen viele Tiere in Tierheimen oder werden einfach ausgesetzt.

Ein Tier ist kein Geschenkartikel, den man einfach wieder umtauschen und zurückgeben kann.

 

 

Auch wenn es schwer für Eltern ist, Kindern ihren Weihnachtswunsch nicht zu erfüllen, ist ein Haustier keine gute Geschenkidee. Besser ist es ein Stofftier zu verschenken zusammen mit einem Gutschein, um zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam ein Haustier auszusuchen. So sind die Kinder von Beginn an einbezogen und haben gleich eine Bindung zu ihrem neuen tierischen Freund.

Auch wenn die Entscheidung für ein Haustier gereift und gut überlegt ist, ist die Weihnachtszeit mit dem Stress und Trubel der Feiertage kein guter Zeitpunkt, um ein Haustier aufzunehmen. Vor allem Hunde und Katzen brauchen am Anfang viel Ruhe und eine entspannte Atmosphäre, um sich einzugewöhnen. Aber auch für Tiere, die bereits im Haushalt leben, bedeutet Weihnachten Stress.

Für Tierbesitzer gibt es daher ein paar Dinge zu beachten, damit die Festtagsfreude nicht beim tierärztlichen Notdienst endet.

Festtagsessen: Auch wenn wir Zweibeiner uns an Weihnachten über Plätzchen und Schoko-Weihnachtsmänner freuen gilt: keine Süßigkeiten für die Tiere. Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittiche fressen gerne Weihnachtsgebäck und Süßigkeiten, auch mit Verpackung. Das kann zu Verdauungsproblemen und schweren Erkrankungen führen. Auch Hunde fressen Christbaumschmuck aus Schokolode oft mitsamt Stanniolpapier und Drahtaufhänger, was aufwändige Operationen notwendig macht und tödlich enden kann. Schokolade enthält außerdem Theobromin, was für Hunde giftig ist und zu Herzstörungen und Schlaganfällen führt.

Auch die Reste des Festtagsmenüs sind kein Hundefutter. Besonders gefährlich sind spitze und leicht splitternde Knochen und Fischgräten, die innere Organe schwer verletzen können. Größere Mengen Knochen können bei Hunden schmerzhafte Verstopfungen auslösen. Wichtig ist es daher die Knochenreste außer Reichweite des Hundes zu entsorgen, da so mancher Vierbeiner beim Duft von Gänseknochen den Mülleimer plündert. Hat der Hund die Festtagsreste dennoch verputzt, ist Sauerkraut ein guter Erste-Hilfe-Tipp. Füttern Sie je nach Größe des Hundes 1/4 bis 1/2 Dose Sauerkraut. Mit etwas Leberwurst oder Bratensoße fressen das die meisten Hunde. Das Kraut schiebt Unverdauliches im Darm weiter und lindert Bauchschmerzen. Hilft das nicht bleibt nur der Tierarzt.

Weihnachtsdekoration: Auch die Weihnachtsdekoration muss sorgfältig gewählt und angebracht werden. Duft-Öle und Schneespray können giftige Substanzen enthalten und gehören nicht in die Reich- und Riechweite von Tieren.
Katzen spielen gerne mit Lametta, Weihnachtsgirlanden und Geschenkbändern. Wird der Schmuck beim Spielen verschluckt, kann er den Verdauungstrakt der Tiere blockieren und zu inneren Verletzungen sowie Atemnot führen. Weihnachtskugeln sind ein ebenso beliebtes Spielzeug für Katzen, die aber zu scharfkantigen Scherben zerbrechen und zu Schnittverletzungen führen können.

Grundsätzlich sollten Tiere nicht unbeaufsichtigt in Räumen mit Adventskränzen und Weihnachtsbäumen sein. Am besten lassen Sie Ihren Weihnachtsbaum einige Zeit ungeschmückt stehen, damit sich die Tiere daran gewöhnen.
Es empfiehlt sich zudem Weihnachtsbäume gut zu sichern, zum Beispiel durch eine Befestigung mit einer Nylonschnur. Auch der Weihnachtsbaumständer ist gut abzudecken, da Konservierungsmittel sowie Tannennadeln im Wasser des Baumständers Tieren schaden können. Echte Kerzen am Weihnachtsbaum stellen für Hunde- und Katzenhalter ein Risiko da. Kletternde Katzen und tollende Hunde können den Baum umwerfen und so zu Brandstiftern werden. Besser ist eine elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung. Aber auch hier ist Vorsicht mit dem Stromkabel geboten – am besten unzugänglich verlegen oder ebenfalls abdecken.

Sollte etwas passieren, hier die Notfallnummern die man parat haben sollte:
·       die Telefonnummern und Adressen des tierärztlichen Wochenend-Notdienstes
·       sowie der nächsten erreichbaren Tierklinik mit 24- Stunden-Service
·       die Telefonnummern des Giftnotrufs

Wenn Sie die Hinweise beherzigen, werden Sie die Notfallnummern hoffentlich nicht brauchen und können sich mit Ihrem Haustier auf ein fröhliches und geruhsames Weihnachtsfest freuen!

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit!

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