Katrin Albsteiger: Die CSU im urbanen Raum – Herausforderung und Chance für die Zukunft

Katrin_AlbsteigerUm als Volkspartei zu gelten, muss man eine möglichst breite Wählerschicht erreichen und langfristig an sich binden. Die CSU hat dies in der Vergangenheit sehr erfolgreich getan, sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land. Doch die politische Landschaft hat sich verändert.

Die Gesellschaft hat sich verändert, ist vielschichtiger geworden. Parteiloyalitäten schwinden. Die klassischen Stammwähler werden weniger. Vor allem in der stärker pluralistisch geprägten Stadtgesellschaft. Die CSU war in Bayern schon immer sehr breit aufgestellt und tief in der Bevölkerung verankert. Doch auch in Bayern verändert sich die Wähler- und Bevölkerungsstruktur.

Aus den anderen Bundesländern und der ganzen Welt ziehen Menschen in den Freistaat und bringen manchmal auch ihre alten Wahlgewohnheiten mit. Diese „Neu“-Bayern haben häufig keine gewachsene Loyalität der CSU gegenüber, oder fühlen sich vermeintlich CSU-fernen Milieus zugehörig. In den städtischen Ballungsräumen kann dies durchaus problematisch werden. Wenn manch einer an eine Großstadtpartei denkt, denkt er nicht zwangsläufig an die CSU.

Es gibt Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen Wählern in Nürnberg und München oder in Dingolfing. Die Lebensentwürfe und Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich hier. Als Volkspartei muss die CSU in beiden Räumen, sowohl im ländlichen Raum, als auch in der Stadt thematisch verankert sein. Das konservative Familienbild ist in den Städten weniger präsent, als auf dem Land. Das Mehrgenerationenhaus in Fürth weniger verbreitet als in Wallersdorf. Sowohl die alleinerziehende Mutter in Augsburg muss sich von der CSU angesprochen fühlen, als auch die klassische Großfamilie im Landkreis Ansbach. Das kann manchmal ein Spagat sein für eine Volkspartei. Daran muss die Partei kontinuierlich arbeiten.

Doch natürlich gibt es auch Themen, welche sowohl in der Stadt und im ländlichen Raum, dem Kernland der CSU, eine große Rolle spielen. Innere Sicherheit betrifft alle Menschen in Bayern und vor allem in der Stadt hat man ein großes Interesse an einem sicheren Heimweg nach dem Theaterbesuch oder der Disko. Hier sollte es der CSU möglich sein im städtischen Raum zu punkten. Auch sind Arbeitsplätze und eine gute Wirtschaftspolitik überall im Freistaat wichtig. Auch vor allem bei Zugezogenen, denn diese Menschen kamen meist ausschließlich auf Grund des wirtschaftlichen Erfolgs und der guten Lebensqualität nach Bayern.

Dagmar-Woehrl-Katrin-Albsteiger

Doch vor allem hat die CSU langsam aber doch erfolgreich angefangen sich den urbanen Wählerschichten zu öffnen. Vor wenigen Jahren undenkbar, marschiert der CSU-Kandidat, für den Posten des Münchner Oberbürgermeisters, Josef Schmid, heute beim Christopher Street Day mit und stößt auf äußerst positive Resonanz. Auch das ein ist Grund, warum er in den Umfragen verdientermaßen vorne liegt und beweist: Die CSU kann Großstadt. Dass die CSU den Augsburger Oberbürgermeister stellt, ist ein weiteres Beispiel dafür.

Auch bei den Migranten kann die CSU punkten. Vor allem bei solchen mit konservativem Hintergrund gibt es Potenzial. Die Schnittmengen zwischen einem konservativ, religiös geprägtem Einwanderer und einem klassischen CSU-Mitglied sind sicher deutlich größer als zwischen dem Einwanderer und einem anti-religiösen Gutmenschen. Hier kann man gerade in der Großstadt ansetzen, um langfristig Mehrheiten gewinnen zu können.

Der Freistaat hat innerhalb weniger Jahrzehnte den Wandel vom Agrarstaat zu einem führenden High-Tech-Standort in der Welt vollzogen. Diese Entwicklung garantiert den bayerischen Bürgern eine hohe Lebensqualität und großen Wohlstand. Die großen bayerischen Städte waren und sind wesentliche Treiber dieser Entwicklung, durch ihre Wirtschaftskraft, ihre Infrastruktur und die hervorragenden Bildungseinrichtungen, haben sie an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung unserer Heimat wesentlichen Anteil. Deswegen muss es der CSU gelingen, auch in den Städten gestalterische Mehrheiten dauerhaft zu gewinnen, um diese Entwicklungen weiter forcieren zu können. Nur wenn Stadt und Land gleich pulsieren und die CSU in beiden Räumen in Zukunft die wichtigsten politischen Akzente setzt, können wir unseren Erfolgsweg als Bundesland fortsetzen.

Katrin Albsteiger
Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern
Gastbeitrag, 05. September 2013
www.katrin-albsteiger.de

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